Kostenlos · DIN 4108-2 · mit Rechenweg

Wird diese Wand schimmeln?

Raumtemperatur, Luftfeuchte und die Temperatur der kalten Stelle eingeben – der Rechner nennt Taupunkt, Oberflächenfeuchte und sagt, ob das 80-Prozent-Kriterium der DIN 4108-2 eingehalten ist. Ohne Messung an der Wand schätzt er die Oberflächentemperatur aus Außentemperatur und Temperaturfaktor.

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Raumklima

Werte aus dem Raum, in dem die kalte Stelle liegt – am besten morgens vor dem Lüften.

°C
%

Hygrometer weichen oft um 3 bis 5 Prozentpunkte ab – rechnen Sie Varianten.

Kalte Stelle

Gemessen ist besser als geschätzt. Ohne Messgerät nutzen Sie Außentemperatur und Temperaturfaktor.

°C

Raumecke, Fensterlaibung, hinter dem Schrank – dort, wo es feucht wird.

So rechnet das Werkzeug

  1. Sättigungsdampfdruck. Wie viel Wasserdampf Luft höchstens aufnehmen kann, hängt von der Temperatur ab: ps(θ) = 611,2 Pa · exp(17,62 · θ / (243,12 °C + θ)) – die Magnus-Formel in der Fassung von Sonntag (1990).
  2. Partialdruck und Taupunkt. Der tatsächliche Wasserdampfdruck ist relative Feuchte mal Sättigungsdruck. Die Temperatur, bei der dieser Druck gesättigt ist, ist der Taupunkt – ab dort kondensiert Wasser.
  3. Oberflächenfeuchte. An einer kalten Oberfläche ist die relative Feuchte höher als im Raum: Partialdruck geteilt durch den Sättigungsdruck bei Oberflächentemperatur.
  4. Schimmelkriterium. DIN 4108-2:2013-02, Abschnitt 6.2, verlangt, dass die Oberflächenfeuchte 80 % nicht überschreitet. Unter den Normbedingungen 20 °C / 50 % innen und −5 °C außen heißt das: Oberfläche mindestens 12,6 °C, Temperaturfaktor fRsi mindestens 0,70.
  5. Temperaturfaktor. fRsi = (θsi − θe) / (θi − θe). Ohne Messung lässt sich damit die Oberflächentemperatur aus Außentemperatur und Bauteilqualität schätzen; umgekehrt nennt der Rechner den Faktor, den die Stelle bräuchte.

Was das Werkzeug leistet

Es ordnet eine Momentaufnahme ein: Ist die Stelle bei diesem Raumklima kritisch? Wie viel Reserve bleibt? Bis zu welcher Luftfeuchte bliebe sie trocken? Damit lässt sich ein Streit über „falsches Lüften“ versachlichen – und entscheiden, ob eine Messung über Wochen und ein Gutachten nötig sind.

Was es nicht leistet

Es rechnet stationär, ohne Feuchtepufferung, Luftbewegung und Wärmespeicherung, und es kennt den Bauteilaufbau nicht. Ob der Mindestwärmeschutz eingehalten ist, ob Feuchte aus dem Bauteil stammt und wer die Ursache zu vertreten hat, klärt nur ein Ortstermin mit Messung über Zeit und rechnerischer Prüfung der Wärmebrücke.

Wenn es ernst wird

Schimmelgutachten mit Messung und Berechnung

Wir messen Raumklima, Oberflächentemperaturen und Bauteilfeuchte vor Ort, zeichnen das Raumklima auf Wunsch über zwei bis vier Wochen auf, prüfen die Wärmebrücke rechnerisch und sagen, ob Bauteil oder Nutzung die Ursache ist – mit Sanierungsempfehlung und Kostenbandbreite. Schimmel-Check ab 350 €, Gutachten ab 990 € inkl. MwSt.

Rückmeldung innerhalb eines Werktags · +49 176 23581339

Häufige Fragen

Warum wächst Schimmel schon unterhalb des Taupunkts?

Schimmelpilze brauchen kein flüssiges Wasser. Ab etwa 80 % relativer Feuchte an der Oberfläche reicht die Feuchte im Material für Wachstum aus. Die DIN 4108-2 setzt deshalb nicht den Taupunkt (100 %), sondern 80 % Oberflächenfeuchte als Grenze an. Bei 20 °C und 50 % Raumluftfeuchte liegt der Taupunkt bei 9,3 °C, die kritische Oberflächentemperatur aber schon bei 12,6 °C.

Was ist der Temperaturfaktor fRsi?

Er beschreibt, wie warm eine raumseitige Oberfläche im Verhältnis zur Differenz zwischen Raum- und Außentemperatur bleibt: fRsi = (θsi − θe) / (θi − θe). Nach DIN 4108-2 muss er an jeder Stelle der Gebäudehülle mindestens 0,70 betragen; bei −5 °C außen und 20 °C innen entspricht das 12,6 °C Oberflächentemperatur. Ungedämmte Altbauecken erreichen oft nur 0,5 bis 0,6.

Wo und wie messe ich die Oberflächentemperatur?

An der kältesten Stelle: in Außenwandecken, an Fensterlaibungen, am Fenstersturz, am Rollladenkasten, hinter Möbeln an Außenwänden und am Übergang zur Decke oder zum Boden. Ein Infrarotthermometer oder ein Anlegefühler genügt für eine erste Einordnung; messen Sie morgens vor dem Lüften und notieren Sie gleichzeitig Raumtemperatur und Luftfeuchte.

Lüften oder dämmen – was folgt aus dem Ergebnis?

Liegt die Oberflächenfeuchte über 80 %, gibt es zwei Hebel: die Oberfläche wärmer machen oder die Raumluft trockener halten. Der Rechner nennt die Raumluftfeuchte, bis zu der die Stelle trocken bliebe. Ist dieser Wert im Winter nicht realistisch erreichbar – etwa unter 40 % –, liegt das Problem beim Bauteil, nicht beim Nutzer. Diese Abgrenzung ist der Kern jedes Schimmelgutachtens.

Wie genau ist die Rechnung?

Die Magnus-Formel liefert den Sättigungsdampfdruck im Wohnbereich auf wenige Zehntel Prozent genau; die Unsicherheit liegt in der Messung. Hygrometer weichen oft um 3 bis 5 Prozentpunkte ab, Infrarotthermometer um 1 bis 2 Kelvin. Rechnen Sie Varianten, und bewerten Sie Grenzfälle nicht nach einer einzelnen Messung.

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